Zurück zur Übersicht
Rabenväter wider Willen
Studie: 70 Prozent der Väter fürchten negative Folgen im Job, falls sie Eltern- oder Teilzeit nehmen- und äußern ihre Wünsche erst gar nicht.
360 Väter zwischen 21 und 66 Jahren im gesamten Bundesgebiet wurden im Auftrag der Stiftung von der IGS - Organisationsberatung befragt. Von diesen leben die meisten in festen Partnerschaften, haben im Durchschnitt 2 Kinder und 84 Prozent von ihnen stehen in einem Vollzeit-Arbeitsverhältnis. Nur rund 40 Prozent der befragten Väter bezeichnen ihren Arbeitgeber als familienfreundlich, somit sind knapp 60 Prozent der Studienteilnehmer unzufrieden mit den Bedingungen am Arbeitsplatz, die dem Familieneben entgegenkommen.
Hinzu kommt, dass knapp 71 Prozent der Arbeitnehmer negative Konsequenzen befürchten, wenn sie familienfreundliche Angebote, wie etwa die Elternzeit, nutzten. Sogar 30 Prozent beobachten bei denjenigen Vätern ein negatives Image, die der Familie ein größeres Gewicht als der Arbeit beimessen.
Als positiv empfunden wird dagegen jedoch die zeitliche Flexibilität der Arbeitszeit, die in vielen Unternehmen gewährt wird. Des Weiteren würde sich die Mehrheit der Befragten mehr Freiheiten im Bereich des Home-Offices, der Reduzierung der wöchentlichen Arbeitszeit, Gleitzeit und Elternzeit von ihren Chefs wünschen. Zusätzlich könnte sich knapp ein Drittel der Befragten vorstellen, zu Gunsten der Familienfreundlichkeit am Arbeitsplatz auf 10 Prozent ihres Gehaltes zu verzichten.
Auswirkungen der familienunfreundlichen Bedingungen am Arbeitsplatz sind oft Konflikte zwischen beruflichen und familiären Anforderungen(42,7%) , zu wenig Zeit für die Kinder (57,7%) und Beziehungsprobleme (69,1%).
Die meisten Erwartungen an ihre Firma in punkto Familienfreundlichkeit stellen die Väter in der flexiblen Arbeitszeitgestaltung, dem familienbewussten Verhalten sowie den individuellen Karrieremöglichkeiten. Viele der Befragten sehen in einer möglichen familienfreundlichen Firmenpolitik positive Chancen in Bezug auf die Identifikation mit dem Arbeitgeber, der eigenen Arbeitsmotivation sowie der Zufriedenheit.
Die Studie wird in einigen Wochen als Broschüre mit Handlungsempfehlungen erscheinen.
Die Stiftung beschäfttigt sich seit ihrer Gründung durch das Land Hessen im Jahr 2001 in einem eigenen Förderbereich mit der Frage der Vereinbarkeit von Familie und Beruf für Männer.
Auswertung zum downlod (PDF)







