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Tochter und Sohn - der kleine Unterschied
Ich hätte nie gedacht, was für Unterschiede es zwischen Mädchen und Jungen gibt. Und welche Rolle ich dabei spiele, ist mir erst in den letzten zwei Jahren klar geworden.
(Matthias, Vater eines zehnjährigen Sohnes)
Als Vater sind Sie der erste Mann im Leben Ihrer Tochter, der erste Kontakt zur Männerwelt. Die Bestätigung als Frau durch den Vater. Des Vaters bewundernder, stolzer Blick auf die Tochter. Dies alles trägt viel zum Selbstwertgefühl der später erwachsenen Frau bei.
Söhne bekommen durch den Vater Zugang zur eigenen Männlichkeit. Es ist gut, wenn Sie Ihren Sohn in seiner Männlichkeit bestätigen. Lassen Sie ihn den Umgang mit der eigenen Kraft erfahren. Lehren Sie ihn das richtige Streiten, Konkurrieren und Rivalisieren. Väterliche Präsenz und ein emotionales Vorbild sind dafür unerlässlich.
Nachfolgend lesen Sie, wie Sie Ihren Sohn bzw. Ihre Tochter optimal unterstützen können:
Wie können Sie Ihre Tochter am besten unterstützen?
Verzichten Sie auf Ratschläge und begleiten Sie Ihre Tochter beim Mädchen- und Frausein.
Vertrauen Sie Ihrer Intuition und Rationalität. Zeigen Sie Ihrer Tochter, dass sich beides nicht ausschließen muss.
Machen Sie sich keine Gedanken, welche Interessen Ihre Tochter haben könnte. Nehmen Sie einfach an, sie sei an allem interessiert.
Fördern Sie die Kritikfähigkeit Ihrer Tochter gegenüber Vorurteilen wie: Mädchen müssen in Mathe nicht gut sein, ...
Sie sollten Ihre Tochter ermutigen, unterstützen, inspirieren und beruhigen. Sie dürfen sie nicht unter Druck setzen, beschwatzen, ihr drohen, sie einschüchtern oder entmutigen.
- Lehren Sie Ihre Tochter, wie man mit Geld umgeht.
- Verbringen Sie Zeit ganz alleine mit ihr, zum Beispiel am Wochenende.
- Eilen Sie ihrer Tochter nie vorzeitig zu Hilfe und bringen Sie ihr bei, Risiken einzugehen und Furcht zu überwinden.
- Achten Sie darauf, dass Ihre Taten mit Ihren Worten im Einklang sind.
- Ermutigen Sie Ihre Tochter, Dinge zu tun, die in der Regel Männern vorbehalten sind.
- Entziehen Sie auf keinen Fall Ihre Liebe, wenn Ihre Tochter in die Pubertät kommt. Bestätigen Sie ihr Frausein.
- Stärken Sie ihr Selbstwertgefühl durch Ermutigungen und nicht durch Druck.
- Stehen Sie Ihrer Tochter als Berater zur Seite, zum Beispiel bei der Berufswahl.
- Bestätigen Sie ihr durch Taten, dass egal was passiert, Sie immer für sie da sind.
- Finden Sie den Kontakt zu ihrem eigenen Vater. Versöhnen Sie sich mit Ihrem Vater. Dadurch bekommen Sie mehr Gelassenheit und Selbstvertrauen in ihrem eigenen Vatersein.
(Quelle: Mickey Marone - Gute Väter, selbstbewußte Töchter)
Wie können Sie Ihren Sohn am besten unterstützen?
- Beginnen Sie bereits in der Schwangerschaft. Das stabilisiert den Kontakt von Anfang an.
- Belasten Sie Ihren unschuldigen Jungen nicht mit Vorurteilen wie: Ein Junge muss kräftig sein, darf nicht weinen, ...
- Nehmen Sie sich Zeit! Verlieren Sie sich nicht in Erwerbsarbeit. Kämpfen Sie um die Zeit, die Sie mit Ihrem Sohn teilen wollen.
- Was zählt, ist nicht die Quantität, sondern die Qualität der Beziehung zu Ihrem Sohn.
- Zeigen Sie Ihre Zuneigung (über Umarmungen, Ringkämpfe, Ermutigungen). Die meisten Jungen lieben raufen und kämpfen. Bringen Sie Ihrem Sohn die nötige Selbstbeherrschung bei. Stoppen Sie das Spiel, wenn die Regeln nicht eingehalten werden.
- Entspannen Sie sich. Das, was Ihnen Spass macht, macht auch Ihrem Sohn Spass.
- Sie müssen nicht alles wissen und machen. Holen Sie sich Unterstützung und Rat von anderen Vätern.
- Klären Sie Ihren Jungen über Mädchen auf und sagen Sie ihm, wie er mit ihnen am besten auskommt.
- Vollziehen Sie mit ihm (etwa im Alter von zehn Jahren) ein kleines Übergangsritual. Bei dieser Gelegenheit erteilen Sie ihm ein paar positive Auskünfte über Sexualität.
- Handeln Sie respektvoll und mit klaren Grenzen. Beteiligen Sie sich an den Disziplinierungsmaßnahmen, überlassen Sie dies nicht ausschließlich Ihrer Partnerin. Schläge und Einschüchterungsmethoden sind tabu - sie veranlassen einen Jungen nur, sich gegenüber Dritten gemein und niederträchtig zu verhalten.
- Zeigen Sie Gefühl. Ihr Sohn wird nur Gefühle zeigen, wenn Sie Ihre Emotionen nicht verbergen.
- Seien Sie ein Vorbild. Söhne ahmen ihren Vater nach.
- Lehren Sie Ihren Sohn, Frauen - aber auch sich selbst - zu respektieren.
- Meiden Sie Schulen, an denen Gewalt an der Tagesordnung ist.
- Lehren Sie Ihren Sohn, Bedürfnisse verbal auszudrücken.
- Unterstützen Sie ihn bei Problemen.
- Erklären Sie ihm die Welt.
- Genießen Sie die Zeit mit ihm - auch allein im Urlaub.
- Sorgen Sie dafür, dass er genug Zeit hat, sich auszutoben.
(Quelle: "Jungen - wie sie glücklich heranwachsen" von Steve Biddulph)
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